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Der GUT ZUM HERZ FRÜHLING 2026

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Das kostenfreie Community-Magazin für die Frühlingszeit: In dieser Ausgabe laden wir Sie ein zu „Frühlingsgefühlen“ – mit Ideen für Aufbruch, Leichtigkeit und alltagstauglichen Impulsen. Gleichzeitig heißt es „Blutdruck – bewusst einordnen“: Wir geben Orientierung dazu, wie Werte verstanden werden können, teilen Anregungen für Bewegung und bewusste Pausen im Frühling und zeigen, welche Fragen im Arztgespräch weiterhelfen.

etwas. Die Medizin

etwas. Die Medizin reagiert auf das, was ich mir erarbeitet habe, und nicht nur auf Laborwerte. Und doch bleibt ein Gefühl: Ich bin mit dieser Geschichte oft allein. Die Umwelt urteilt weiter. Ein unbedachter Kommentar, ein Blick, ein Artikel im Netz - und der alte innere Dialog meldet sich zurück. In dieser Phase wird mir klar: So geht es vielen. Die Last der Unsichtbarkeit Viele Menschen mit Adipositas kennen dieses paradoxe Gefühl: In einem vollen Raum das Gefühl zu haben, gleichzeitig unsichtbar und doch zu sichtbar zu sein. Man ist da, nimmt Raum ein - oft buchstäblich mehr Raum als andere - und erlebt doch, auf Kilos reduziert zu werden. Blicke, Kommentare, vermeintliche Witze hinterlassen Spuren. Manche ziehen sich zurück: Sie sagen Einladungen ab, meiden Kantinen, wechseln die Straßenseite, um Sprüchen aus dem Weg zu gehen. Manches Kleidungsstück bleibt im Schrank, weil schon der Gedanke an die Umkleidekabine Stress auslöst. Stigmatisierung von außen kann sich in Selbststigmatisierung verwandeln. Aus den Stimmen anderer wird die innere Stimme: „Sie haben recht. Du bist selbst schuld.“ Der Teufelskreis der Scham So entsteht ein Teufelskreis: Stigmatisierung führt zu Rückzug, Rückzug zu Einsamkeit, Einsamkeit zu Stress. Viele versuchen, diesen Stress mit Essen zu beruhigen. Emotionales Essen kann zu weiterer Gewichtszunahme führen - und die erneute Zunahme verstärkt die Stigmatisierung. Hinzu kommt: Menschen mit Adipositas leiden häufiger unter depressiven Symptomen, Ängsten und einem angegriffenen Selbstwertgefühl. Wer sich ohnehin schämt, geht oft ungern zum Arzt - erst recht, wenn er schon einmal Sätze gehört hat wie: „Essen Sie einfach weniger und bewegen Sie sich mehr.“ Als wäre das nicht längst versucht worden. Für manche wird das Wartezimmer so zu einem Ort der Anspannung statt der Entlastung. Wenn Einsamkeit zur Gefahr wird Einsamkeit und soziale Isolation sind keine Randthemen. Sie können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen und verstärken seelische Belastungen. Für Menschen mit Adipositas, die häufiger mit Bluthochdruck, Diabetes oder anderen Begleiterkrankungen leben, kann diese Kombination besonders schwer wiegen. So entsteht eine doppelte Last: körperliche Einschränkungen durch das Gewicht und seelische Belastungen durch Einsamkeit, Scham und Rückzug. Gerade hier wären Unterstützung und Verständnis wichtig - und genau hier setzen Selbsthilfegruppen an. Selbsthilfegruppen: Orte des Verstehens Selbsthilfegruppen für Adipositas gibt es in vielen Regionen - in Krankenhäusern, Selbsthilfekontaktstellen, Gemeindezentren oder online. Sie sehen unterschiedlich aus, haben verschiedene Schwerpunkte, doch eine Botschaft ist überall ähnlich: „Bei uns sind Sie mit Ihrer Erkrankung nicht allein.“ Hier treffen Menschen aufeinander, die wissen, wovon sie sprechen: von unzähligen Abnehmversuchen, von Kommentaren im Alltag, von medizinischen Terminen, von Scham, aber auch von Erfolgen, Rückfällen und neuen Anfängen. Dieses gemeinsame Wissen schafft etwas, was kein Ratgeber leisten kann: das Gefühl, wirklich verstanden zu werden. Was in einer Selbsthilfegruppe passiert In den meisten Gruppen stehen drei Dinge im Mittelpunkt: Erstens: Erfahrungsaustausch. Betroffene erzählen, wie es ihnen geht - mit Rückschlägen, mit Erfolgen, mit Zweifeln, mit Hoffnung. Fragen, für die in der Sprechstunde zu wenig Zeit bleibt oder die man sich dort nicht traut zu stellen, finden Raum. Es tut gut zu hören: „Das kenne ich auch.“ Manchmal reicht ein Satz, um das 50

Gefühl zu durchbrechen, allein zu sein. Zweitens: Motivation. In einer Gruppe sitzen Menschen an unterschiedlichen Punkten ihres Weges. Manche haben bereits Gewicht verloren, andere beginnen gerade erst, einige bereiten eine Operation vor oder leben schon viele Jahre damit. Allein zu sehen, dass Veränderung möglich ist - mit ganz verschiedenen Wegen - kann Mut machen. Veränderung wird vom abstrakten Ziel zu etwas, das im echten Leben vorkommt. Drittens: Wissen. Viele Gruppen laden Fachleute ein - Ärztinnen, Ärzte, Ernährungsfachkräfte oder Psychologinnen. Es geht um Zusammenhänge zwischen Adipositas und Herzgesundheit, um Therapieoptionen, um Begleiterkrankungen oder um Strategien im Umgang mit Stress und Stigmatisierung. Selbsthilfe ersetzt keine ärztliche Behandlung, aber sie hilft, Informationen besser einzuordnen und Fragen gezielter zu stellen. Wer gut informiert ist, kann Entscheidungen gemeinsam mit dem Behandlungsteam treffen. Mehr als nur eine Gruppe - eine Gemeinschaft Mit der Zeit werden aus Gruppentreffen oft mehr als nur Termine im Kalender. Es entstehen Bekanntschaften und Freundschaften. Man lacht zusammen über kleine Alltagsabsurditäten, teilt Frust, feiert Erfolge. Für viele ist die Gruppe ein Schutzraum: ein Ort, an dem man nicht erklären muss, warum manches schwerfällt, und an dem niemand perfekt sein muss. Selbsthilfegruppen können Rückhalt bieten - besonders in Phasen, in denen der eigene Weg ins Stocken gerät. Sie geben das Gefühl: „Ich muss das nicht allein schaffen.“ Und genau dieses Gefühl kann den Unterschied machen zwischen Aufgeben und Weitermachen. Wir sind (sehr) viele Über 16 Millionen Menschen in Deutschland leben mit Adipositas. Rechnet man Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes und andere Begleiterkrankungen hinzu, sind es rund 30 Millionen Menschen, die mit ähnlichen Herausforderungen zu tun haben. Wir sind keine Randgruppe. Wir sind viele - wir sind sehr viele. Trotzdem fühlen sich viele Betroffene allein. Sie schämen sich, vermeiden Kontakte, halten ihre Geschichte zurück. Selbsthilfegruppen und Initiativen wie HER- ZENSORTE setzen genau hier an: Sie machen sichtbar, was sonst oft verborgen bleibt, und geben Erfahrungen eine Stimme. Datenbasis: RKI-Gesundheitsmonitoring GEDA 2019/2020 51

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