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Gesundheit ist Resilienz: Handlungsempfehlungen für 2025

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Diese Broschüre zeigt, warum Herz-Kreislauf-Gesundheit ein zentraler Resilienzfaktor für Menschen, Gesellschaft und Wirtschaft ist. Sie bündelt politische Handlungsempfehlungen – von Prävention und Früherkennung über bessere Versorgungstrukturen bis hin zu Innovation und Gesundheitskompetenz – und setzt dafür auf das Leitprinzip „Health in all Policies“.

Im Puls. THINK TANK

Im Puls. THINK TANK HERZ-KREISLAUF Strukturelle Veränderungen im Gesundheitswesen und ihre Folgen Der demografische Wandel in Deutschland ist durch eine anhaltend niedrige Geburtenrate, eine steigende Lebenserwartung und die Alterung der geburtenstarken Jahrgänge geprägt. Die Geburtenrate liegt seit Jahrzehnten bei etwa 1,5 Kindern pro Frau und damit deutlich unter dem Bestandserhaltungsniveau von 2,1. Gleichzeitig ist die Lebenserwartung in Deutschland auf rund 78,4 Jahre für Männer und 83,2 Jahre für Frauen gestiegen (Stand 2022). Der Anteil der über 67-Jährigen an der Bevölkerung beträgt bereits heute rund 19 Prozent und wird Prognosen zufolge bis 2060 auf knapp 29 Prozent steigen. Die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter (20-66 Jahre) wird hingegen von derzeit etwa 51 Millionen auf unter 40 Millionen zurückgehen. Damit entstehen erhebliche Herausforderungen für das Renten-, Pflege- und Gesundheitssystem, da weniger Beitragszahlende einer wachsenden Zahl von Leistungsempfangenden gegenüberstehen 6 . Der demografische Wandel zeigt sich entsprechend auch in allen Bereichen des Gesundheitswesens: bei Ärzten, bei Pflegefachkräften, bei Therapeuten und allen weiteren Gesundheitsberufen. Dies soll einmal am Beispiel des ärztlichen Berufsstands erläutert werden: Im Jahr 2023 waren rund 568.700 Ärztinnen und Ärzte bei den Landesärztekammern in Deutschland gemeldet, das war ein Anstieg zum Vorjahr von plus 18,2 Prozent. Davon waren nur rund 75 Prozent ärztlich tätig. 140.290 Ärztinnen und Ärzte waren ohne ärztliche Tätigkeit. Seit Jahren steigt der Anteil der an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärztinnen kontinuierlich um rund einen Prozentpunkt jährlich an und hat im Jahr 2022 erstmals einen Anteil von mehr als 50 Prozent erreicht 7 . 1 Der Anstieg von Ärztinnen, die oft in Teilzeit arbeiten, führt zu veränderten Arbeitskapazitäten in den Praxen. Während diese Entwicklung berechtigte Forderungen nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie widerspiegelt, führt sie gleichzeitig dazu, dass weniger Sprechstunden angeboten werden können. Da dieser langjährige Trend zur Teilzeittätigkeit ungebrochen ist, ergibt sich unter Berücksichtigung des Teilnahmeumfangs an der Praxistätigkeit jedoch nur ein Zuwachs von 0,3 Prozent statt 18,2 Prozent an Ärztinnen und Ärzten gegenüber 2022 8 . Zusätzlich zu den immer weniger werdenden Einzelpraxen gibt es neue Versorgungsstrukturen wie medizinische Versorgungszentren und Praxisnetze, die vielerorts als Notlösung gelten. Ohne diese wäre eine flächendeckende Versorgung in ländlichen Regionen oft gar nicht mehr möglich. Doch auch diese Strukturen stoßen oft an ihre Grenzen, da sie meist unterfinanziert und personell überfordert sind. 14

2 Ein immer höher werdender Anteil an Ärztinnen und Ärzten ist über 65 Jahre und scheidet aus dem aktiven Berufsleben aus. Das Durchschnittsalter der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte betrug im Jahr 2023 54,1 Jahre. Insbesondere in der hausärztlichen Versorgung ist der Anteil der über 60-Jährigen besonders hoch-36,9 Prozent. Der hohe Anteil der Ärztinnen und Ärzte im Renteneintrittsalter macht deutlich, dass dort in den kommenden Jahren ein entsprechender Nachbesetzungsbedarf von Arztsitzen entstehen wird 9 . Hinzu kommt, dass besonders viele ältere Ärztinnen und Ärzte in den neuen Bundesländern praktizieren, wo bereits heute eine geringere Arztdichte je Einwohner vorherrscht 10 . 3 Ein wachsender Anteil ausländischer Ärztinnen und Ärzte arbeitet im stationären Bereich, häufig in strukturschwachen Regionen. Ende 2023 waren rund 71.100 Ärztinnen und Ärzte 11 ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Deutschland berufstätig - das entspricht etwa 15 Prozent aller Ärztinnen und Ärzte. Etwa 80 Prozent von ihnen sind in Krankenhäusern beschäftigt, oftmals auch in ländlichen und strukturschwachen Regionen. Besonders starke Zuwächse gab es zuletzt bei Ärztinnen und Ärzten aus afrikanischen und amerikanischen Staaten. Kurzfristig trägt diese Entwicklung dazu bei, Versorgungslücken zu schließen. Langfristig jedoch können Sprachbarrieren, Unterschiede in der medizinischen Ausbildung und kulturelle Differenzen die Qualität der Patientenversorgung beeinträchtigen. Die Politik reagiert bereits darauf: Mit einem aktuellen Gesetzentwurf 12 sollen die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse beschleunigt, Verfahren digitalisiert und eine teilweise Berufserlaubnis ermöglicht werden. Ziel ist es, den Einstieg in die medizinische Versorgung zu erleichtern und gleichzeitig ein hohes Versorgungsniveau sicherzustellen. 15

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