Im Puls. THINK TANK HERZ-KREISLAUF Produktivität steigern (BMAS) Eine gesunde Bevölkerung ist eine produktive Bevölkerung. Krankheitstage durch chronische Erkrankungen belasten Unternehmen und den Wirtschaftsstandort erheblich: So führen bspw. Typ-2-Diabetes-Erkrankungen je nach Branche zu 4,2 Tagen (Finanzen/Versicherungen) bis 20,4 Tagen (Metallerzeugung/Bearbeitung) Arbeitsausfall 13 . Menschen mit Adipositas sind im Schnitt 40,5 Tage arbeitsunfähig - mehr als doppelt so häufig wie Menschen ohne Adipositas !4 . Trotz gesundheitlicher Einschränkungen sollte Menschen mit chronischen Erkrankungen eine lange Teilhabe am Arbeitsleben ermöglicht werden. Investitionen in Primär- und Sekundärprävention, betriebliche Gesundheitsförderung und berufliche Wiedereingliederung sind zentrale wirtschaftsund arbeitsmarktpolitische Maßnahmen 15 . Gleichzeitig würde eine langfristige Verbesserung der Gesundheit von Menschen mit chronischen Erkrankungen auch Produktivitätsausfälle pflegender Angehöriger verringern. Gesundheitswirtschaft als Wachstumsbranche (BMWE, BMLEH) Mit rund 12 Prozent am BIP zählt die Gesundheitswirtschaft zu den bedeutendsten Branchen Deutschlands. Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen als Todesursache Nr. 1 die höchsten Kosten. Investitionen in Prävention und effiziente Versorgung senken Ausgaben, stärken die Wettbewerbsfähigkeit und setzen wirtschaftliche Impulse. Gesundheit eröffnet zudem Potenziale für Land- und Ernährungswirtschaft: Forschung und Produktion gesundheitsfördernder Produkte begünstigen Prävention, Nachhaltigkeit und neue Ernährungssysteme. Auch gesunde Räume, gerechte Wohnbedingungen und zukunftsfähige Städte tragen zur Gesunderhaltung und Lebensqualität bei. 18
Forschung und Innovation fördern (BMBFSFJ) Der Gesundheitssektor treibt Forschung, Digitalisierung und Medizintechnik voran. KI, Biotechnologie und personalisierte Medizin bergen enorme Potenziale; Deutschland liegt bei KI-Patenten weltweit auf Platz 2 hinter den USA 16 . Doch die Umsetzung hinkt hinterher. Für Wettbewerbsfähigkeit braucht es eine strategische Förderung von interdisziplinärer Forschung, stärkere Kooperationen zwischen Wissenschaft, Kliniken und Unternehmen sowie schnellere Integration neuer Technologien in die Regelversorgung - auch durch angepasste regulatorische Rahmenbedingungen. Darüber hinaus sollten innovative Versorgungsmodelle wie bspw. die Patientenlotsen, die im kardio- und neurovaskulären Bereich bereits etabliert sind, auf weitere Indikationen ausgeweitet werden, um Versorgungsund Lebensqualität sowie die soziale Teilhabe der Patientinnen und Patienten zu verbessern. Schlaganfall- Lotsen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe (Gesundheits-)Tourismus nutzen (BMWE) Hochwertige medizinische Versorgung zieht internationale Patientinnen und Patienten an und stärkt den Wirtschaftsstandort. Immer mehr Selbstzahlende wandeln den früher kurgeprägten Anbieter- in einen Nachfragemarkt. Auch der medizinisch-technische Fortschritt treibt diese Entwicklung voran. Zuletzt betrug die Bruttowertschöpfung des Gesundheitstourismus rund 4,6 Mrd. Euro 17 . Er steigert die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Kliniken und Praxen, schafft Arbeitsplätze in Gesundheitswesen, Tourismus, Gastronomie und Transport und erhöht die Wertschöpfung spezialisierter Einrichtungen. Die Verknüpfung von Prävention, Rehabilitation und medizinischer Versorgung wird damit zu einem wichtigen Standortfaktor. 19
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