Im Puls. THINK TANK HERZ-KREISLAUF Präambel Gesundheit neu denken - jetzt handeln! Gesundheit ist weit mehr als die bloße Abwesenheit von Krankheit. Bereits die Ottawa-Charta der WHO von 1986 beschreibt sie als umfassendes menschliches, gesellschaftliches und politisches Gut, das durch Förderung, Teilhabe und gerechte Rahmenbedingungen gestärkt werden muss. In Zeiten zunehmender Krisen - vom demografischen Wandel über den Klimawandel bis hin zu geopolitischen Spannungen und sozialen Verwerfungen - wird Gesundheit zu einem entscheidenden Resilienzfaktor für Individuen wie für Gesellschaften. Sie sichert nicht nur Lebensqualität, sondern stärkt auch soziale Kohäsion, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und das Vertrauen in demokratische Strukturen. Dies erfordert einen konsequenten Health in All Policies-Ansatz, der ressort- und sektorübergreifend verankert wird. Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Fokus Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland die häufigste Todesursache und verursachen zugleich die höchsten Krankheitskosten. Allein im Jahr 2023 starben 348.300 Menschen an einer Herz- Kreislauf-Erkrankung - das entspricht 33,9 Prozent aller Sterbefälle (Statistisches Bundesamt, 2024). Mit rund 46 Milliarden Euro beziehungsweise 13,7 Prozent stellen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zudem den größten Anteil an den gesamten Krankheitskosten im deutschen Gesundheitssystem (Statistisches Bundesamt, 2020). Dabei ist wissenschaftlich belegt, dass Prävention - durch Lebensstiländerungen und den Einsatz wirksamer Medikamente - die Sterblichkeit und die Kostenbelastung erheblich reduzieren kann (Visseren et al., 2021). Prävention als Schlüssel Der Im Puls. Think Tank Herz-Kreislauf e.V. fordert deshalb dringend gezielte und wirksame Maßnahmen zur Verbesserung der kardiovaskulären Prävention. Entscheidend ist dabei der Paradigmenwechsel von einem „entweder - oder“ hin zu einem „sowohl - als auch“. Es braucht eine integrierte und ganzheitliche Strategie, die sowohl individuelle als auch strukturelle Faktoren berücksichtigt. Erfolgreiche Primär- und Sekundär-Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelingt nur, wenn auch die zugrunde liegenden Risikofaktoren wie Adipositas, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes systematisch adressiert werden. Die vorliegenden Handlungsempfehlungen - ebenso wie die Empfehlungen der vergangenen Jahre - bieten hierfür konkrete Ansatzpunkte und Leitplanken für Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. 4
Auf dem Weg zur Herz-Kreislauf- Agenda 2025+ Mit seiner siebten Handlungsempfehlung nimmt der Im Puls. Think Tank Herz-Kreislauf e.V. das Thema Gesundheit ist Resilienzfaktor in den Fokus mit den Schwerpunkten Menschen | Demokratie | Wirtschaft. Der Think Tank setzt sich für eine Gesundheitsversorgung ein, die Menschen mit Herz-Kreislauf- Erkrankungen (HKE) sinnvoll unterstützt und agiert als Plattform, um dringend notwendige Veränderungen anzustoßen. Die aktuellen Präventions- und Versorgungsangebote sowie deren Steuerungsund Regulationsmechanismen gilt es zu überprüfen, um die durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedingten Todesfälle zu reduzieren und die mit der Erkrankung verbundenen Gesundheitskosten zu senken. Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die niedrigschwellige Angebote in den Lebens- und Arbeitswelten der Menschen ermöglichen - ohne einen hohen zeitlichen oder materiellen Aufwand. 5
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