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HERZ & BLUT | Der innere Kreislauf

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HERZ & BLUT – Der Stoff des Lebens ist ein Themenmagazin von GUT ZUM HERZ rund um Blut, Gefäße, Kreislauf und Herzgesundheit. Es erklärt Begriffe, Zusammenhänge und Risikofaktoren verständlich und ordnet ein, welche Fragen im Gespräch mit dem Behandlungsteam helfen können. Wichtig: Das Magazin dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapie. Inhalte mit kommerziellem Hintergrund werden – sofern vorhanden – transparent gekennzeichnet.

Fettsäuren und werden

Fettsäuren und werden sowohl über die Nahrung aufgenommen als auch vom Körper selbst - hauptsächlich in der Leber - produziert. Woher kommen erhöhte Triglyceridwerte? Triglyceride reagieren besonders sensibel auf die Ernährung. Schon wenige Stunden nach einer kohlenhydratoder fettreichen Mahlzeit können die Werte deutlich ansteigen. Deshalb erfolgt die Blutabnahme zur Bestimmung der Blutfette stets nüchtern - nach mindestens achtstündiger Nahrungskarenz. Dauerhaft erhöhte Triglyceridwerte können verschiedene Ursachen haben: • Übergewicht und metabolisches Syndrom • Übermäßiger Alkoholkonsum • Diabetes mellitus • Schilddrüsenunterfunktion • Genetische Faktoren • Bestimmte Medikamente Die Verbindung zur Arteriosklerose Erhöhte Triglyceridwerte - besonders in Kombination mit hohem LDL-Cholesterin und niedrigem HDL-Cholesterin - verstärken das Arteriosklerose-Risiko erheblich. Studien zeigen, dass Menschen mit hohen Triglyceridwerten ein bis zu viermal erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse haben. Normalwerte und Risikoeinschätzung Orientierungswerte für Erwachsene: • Gesamtcholesterin: unter 200 mg/dl • LDL-Cholesterin: unter 116 mg/dl (bei gesunden Menschen ohne Risikofaktoren) • HDL-Cholesterin: über 40 mg/ dl (Männer), über 45 mg/dl (Frauen) • Triglyceride: unter 150 mg/dl Individuelle Zielsetzung: Diese Werte sind jedoch nur Richtwerte. Das individuelle Ziel hängt vom persönlichen Risikoprofil ab. Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck oder bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen benötigen oft deutlich niedrigere LDL-Werte - teilweise unter 70 mg/dl. Das Verhältnis macht‘s Entscheidend ist nicht nur die absolute Höhe einzelner Werte, sondern ihr Verhältnis zueinander. Ein hoher HDL-Wert kann einen mäßig erhöhten LDL-Wert teilweise kompensieren. Umgekehrt wird auch ein normaler LDL-Wert problematisch, wenn gleichzeitig HDL sehr niedrig und Triglyceride stark erhöht sind. Einflussfaktoren verstehen Was können wir beeinflussen? Etwa 70-80% der Cholesterinwerte sind genetisch bedingt, doch die verbleibenden 20-30% bieten durchaus Spielraum für Veränderungen. Triglyceride lassen sich oft deutlicher durch Lebensstiländerungen beeinflussen als Cholesterinwerte. Faktoren mit nachgewiesenem Einfluss auf die Blutfettwerte: • Körpergewicht und Bauchumfang • Art und Menge der Fettaufnahme • Kohlenhydratqualität und -menge • Alkoholkonsum • Körperliche Aktivität • Stressmanagement Die Grenzen der Eigenverantwortung Bei manchen Menschen bleiben die Werte trotz optimaler Lebensführung erhöht. In solchen Fällen können genetische Faktoren oder Erkrankungen die Ursache sein, die eine medikamentöse Behandlung erforderlich machen. Die Arteriosklerose entsteht über Jahre und Jahrzehnte - ein langfristiger Prozess, der von vielen Faktoren beeinflusst wird. Das Verstehen der Blutfettwerte ist ein wichtiger Baustein der Gesundheitsvorsorge, aber nur einer von vielen. Wichtiger Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung über Blutfette und deren Bedeutung. Sie ersetzen keinesfalls eine individuelle medizinische Beratung. Bei auffälligen Laborwerten oder Fragen zu Ihrer persönlichen Situation wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin. Nur durch eine umfassende Diagnostik können Risiken richtig eingeschätzt und geeignete Maßnahmen eingeleitet werden. Bei Verdacht auf Fettstoffwechselstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen konsultieren Sie bitte umgehend eine Ärztin oder einen Arzt. Regelmäßige Kontrollen ab dem 35. Lebensjahr werden von medizinischen Fachgesellschaften empfohlen. 34

Die Quellen dieses Beitrags AWMF Leitlinie: Therapie der Dyslipidämien (059-006) https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/059-006.html ESC/EAS Leitlinie: Management von Dyslipidämien (2019) https://www.escardio.org/Guidelines/Clinical-Practice-Guidelines/Dyslipidaemias-Management-of NICE Leitlinie: Lipid management und kardiovaskuläres Risiko (NG238) https://www.nice.org.uk/guidance/ng238 NHLBI (NIH): High Blood Cholesterol https://www.nhlbi.nih.gov/health-topics/high-blood-cholesterol MedlinePlus (NIH): Triglycerides https://medlineplus.gov/triglycerides.html NCBI Bookshelf (Endotext): Introduction to Lipids and Lipoproteins https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK305897/ USPSTF: Statins zur Primärprävention https://www.uspreventiveservicestaskforce.org/uspstf/recommendation/statin-use-in-adults-preventive-medication WHO: Cardiovascular diseases - Fact sheet https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cardiovascular-diseases- (cvds) 35

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