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HERZ & LIEBE | Nähe & Vertrauen

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Inhalte rund um Herz und Liebe im Alltag – mit Impulsen zu Nähe, Vertrauen, Lebensfreude und Lebensqualität sowie Anregungen für ein bewusstes Miteinander. Dazu kommen Beiträge zu HERZENSORTE, Community, Austausch, Partnerschaft und der Frage, wie Nähe nach einer Herz-Kreislauf-Erkrankung neu zugelassen und eingeordnet werden kann.

HerzInfo | DIE KOLUMNE

HerzInfo | DIE KOLUMNE von Matthias Jung Liebe und ich Früher war Nähe einfacher - heute ist sie vielleicht bewusster Ich hätte früher nicht gedacht, dass das Herz so weit in mein Leben hineinwirkt. Für mich war es lange Medizin: Puls, Belastung, Untersuchung, Blutdruck. Mehr nicht. Dass es irgendwann auch mit Nähe, Unsicherheit und Selbstverständlichkeit zu tun haben könnte, hätte ich so nicht gesagt. Heute sehe ich es anders. Seit ich gemerkt habe, dass der Körper nicht einfach nur mitläuft, hat sich mein Blick verändert. Nicht schlagartig, aber deutlich genug. Man denkt anders über Belastung, Sicherheit und das, was früher einfach lief. Irgendwann merkt man: Es geht nicht nur um Gesundheit, sondern auch um Auftreten, Souveränität, Beziehung und Nähe. Eine Herz-Kreislauf-Erkrankung verändert Termine, Befunde und Routinen. Sie rückt einem näher und mischt sich ein. Nicht laut, aber spürbar. Auf einmal ist der eigene Körper nicht mehr nur da, sondern ein Faktor. Ich bin vorsichtiger. Nicht ängstlich. Aber wachsamer. Das betrifft nicht nur körperliche Belastung, sondern auch die Frage, wie frei man sich noch fühlt und was das mit Nähe macht, wenn Sicherheit nicht mehr vorausgesetzt werden kann. Darüber spricht man als Mann nicht gern. Man will nicht klein wirken, nicht empfindlich, nicht ausgebremst. Also macht man weiter, sagt wenig, spielt manches herunter. Ich kenne diesen Reflex und halte ihn nicht für klug. Wegdrücken hilft nicht. Man wird dadurch höchstens ungenauer. Ich glaube, ein klarer Blick auf die eigene Situation hat mehr mit Stärke zu tun als jedes Durchhalten um jeden Preis. Für mich hat das mit Nähe zu tun. Nicht sentimental, sondern praktisch. Nähe braucht Grundvertrauen, in den anderen Menschen und in den eigenen Körper. Wenn dieses Vertrauen Risse bekommt, wird nichts unmöglich. Aber es wird anders, weniger gedankenlos, weniger selbstverständlich, vielleicht auch weniger leicht. Das sollte man ernst nehmen. Reden hilft. Aber zuerst hilft Ehrlichkeit: der Satz an sich selbst, dass etwas nicht mehr so ist wie früher. Darin steckt für mich nicht nur Verlust. Es steckt auch etwas Nüchternes, fast Befreiendes. Ich muss nichts beweisen. Vielleicht geht es irgendwann nicht mehr darum, unangreifbar zu erscheinen, sondern darum, sich selbst ernst zu nehmen. Das verändert auch den Blick auf Nähe. Sie wird dadurch nicht größer oder romantischer. Aber ehrlicher und klarer. Ich finde, das ist kein schlechter Tausch. Früher war Nähe einfacher. Aber vielleicht war sie auch gedankenloser. Heute ist sie für mich stärker mit Vertrauen verbunden: mit dem Gefühl, dass man nichts vorspielen muss. Am Ende ist das die eigentliche Veränderung. Dass ich mich nicht mehr darüber definiere, alles im Griff zu haben, sondern darüber, genauer zu wissen, was ich mir zutraue, was mir guttut und wo ich ehrlich mit mir selbst sein muss. Ihr Matthias Jung 36 Hinweis: Die hier beschriebenen Erfahrungen sind persönlich und nicht auf andere übertragbar. Medizinische Fragen sollten immer individuell mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden.

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