Das medizinische Dilemma: Zwischen Herzschutz und Kaliumkontrolle Stellen Sie sich vor, Sie haben eine gut eingestellte Herzmedikation - und dann zeigen Laborwerte erhöhte Kaliumwerte. Plötzlich entsteht die Frage: Therapie anpassen oder engmaschig überwachen? Diese Herausforderung kennen viele Betroffene. Etwa 40-50% aller Patient:innen, die RAAS- Hemmer erhalten, entwickeln im Verlauf erhöhte Kaliumwerte. Das kann komplex sein, denn diese Medikamente haben sich als sehr wirksam für die Herzgesundheit erwiesen. Was Herzspezialist:innen heute empfehlen: Aktuelle Leitlinien Internationale Expert:innen haben 2023 ihre Empfehlungen überarbeitet. Die Botschaft ist deutlich: Herzmedikamente sollten nicht automatisch abgesetzt werden, wenn das Kalium ansteigt. Stattdessen gibt es heute verschiedene therapeutische Ansätze, die helfen können, beide Aspekte gleichzeitig zu berücksichtigen. Die europäischen Leitlinien empfehlen, diese neuen Möglichkeiten zu evaluieren, um die wichtige Herztherapie möglichst kontinuierlich fortführen zu können. Moderne Herzschwäche- Therapie: Das Vier-Säulen- Konzept Die moderne Herzschwäche-Therapie setzt auf eine Kombination aus vier Medikamentengruppen - von Expert:innen „Fabulous Four“ genannt. Diese sollten idealerweise zeitnah nach der Diagnose etabliert werden. Studien zeigen beeindruckende Ergebnisse: 33% weniger Krankenhausaufenthalte und 29% weniger Todesfälle. Doch was passiert, wenn eines dieser wichtigen Medikamente aufgrund von Kalium-Problemen nicht optimal dosiert werden kann? Neue therapeutische Möglichkeiten: Kaliummanagement In den letzten Jahren sind zusätzliche Ansätze für das Kalium-Management hinzugekommen. Dazu gehören Arzneimittel, die im Darm ansetzen und überschüssiges Kalium binden, sodass es mit dem Stuhl ausgeschieden werden kann. In Studien konnte gezeigt werden, dass sich damit erhöhte Kaliumwerte besser kontrollieren lassen. Für viele Patient:innen kann das bedeuten, dass eine leitliniengerechte Herzmedikation eher fortgeführt oder angepasst werden kann, ohne dass allein wegen erhöhter Kaliumwerte auf wichtige Medikamente verzichtet werden muss. Welche Therapie im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet immer das Behandlungsteam - gemeinsam mit den Patient:innen - auf Basis der individuellen Situation. Was bedeutet das für Patient:innen? Konkret bedeutet das: Moderne medizinische Ansätze ermöglichen es heute, sowohl den Herzschutz als auch die Kaliumkontrolle zu berücksichtigen. Die heutige Medizin bietet Lösungen, die beide Aspekte adressieren können. Wichtig ist dabei der offene Dialog mit den behandelnden Ärzt:innen: Sprechen Sie Ihre Bedenken bezüglich der Kaliumwerte offen an. Erkundigen Sie sich nach aktuellen therapeutischen Alternativen, bevor Therapieentscheidungen getroffen werden. Patient:innenrechte und informierte Entscheidungen Als Patient:innen haben Sie das Recht auf eine Behandlung nach den aktuellen medizinischen Standards. Das bedeutet: Wenn erhöhte Kaliumwerte auftreten, sollten zunächst Wege zur Kontrolle dieser Werte evaluiert werden. Werden Sie zur aktiven Partnerin oder zum aktiven Partner in Ihrer Behandlung: Informieren Sie sich, stellen Sie Fragen und lassen Sie sich alle Optionen erklären. Moderne Herzmedizin setzt auf gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Ärzt:innen und Patient:innen. Studien belegen: Patient:innen, die aktiv in ihre Behandlung einbezogen werden, haben oft bessere Therapieergebnisse und sind zufriedener mit ihrer Versorgung. Nutzen Sie diese Möglichkeit der Mitgestaltung. Unterstützung durch Patientenorganisationen Eine Herzerkrankung verändert das Leben und kann viele Fragen aufwerfen, die über das rein Medizinische hinausgehen. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann dabei sehr wertvoll sein. Die Patientenorganisation Herzschwäche Deutschland e.V. bietet bundesweit regionale Selbsthilfegruppen für Menschen mit Herzschwäche an. In diesen Gruppen können sich Patient:innen und ihre Angehörigen über ihre Erfahrungen austauschen, praktische Tipps für den Alltag erhalten und voneinander lernen. Die Selbsthilfegruppen von Herzschwäche Deutschland e.V. behandeln in ihren regelmäßigen Treffen verschiedene Themen wie Ernährung, Sport und Bewegung, den Umgang mit Medikamenten sowie praktische Aspekte des Zusammenlebens mit der Herzerkrankung. Viele Teilnehmende 10
Dieser Beitrag ist ein Advertorial/Anzeige und wurde mit freundlicher Unterstützung von AstraZeneca erstellt berichten, dass der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen ihnen geholfen hat, ihre Krankheit besser zu verstehen und selbstbewusster im Gespräch mit ihren behandelnden Ärzt:innen aufzutreten. Informationen zu Selbsthilfegruppen für Herzpatient:innen in Ihrer Region finden Sie auf der Website von Herzschwäche Deutschland e.V. oder direkt über die Kontaktdaten des Vereins. Auch die Deutsche Herzstiftung e.V. bietet eine bundesweite Übersicht über verschiedene Herzpatient:innen-Selbsthilfegruppen nach Postleitzahlen. Fortschritte in der Herzmedizin Die Fortschritte in der Herzmedizin geben Grund zur Hoffnung. Mit modernen Ansätzen zum Kaliummanagement und individualisierten Therapiekonzepten können heute mehr Menschen von optimalen Herzmedikamenten profitieren. Das Wichtigste: Bleiben Sie im regelmäßigen Gespräch mit Ihrem Behandlungsteam und zögern Sie nicht, nach aktuellen Therapiemöglichkeiten zu fragen. Die Kombination aus medizinischer Versorgung, eigenverantwortlichem Umgang mit der Erkrankung und dem Austausch mit anderen Betroffenen bildet oft eine gute Grundlage für das Leben mit einer Herzerkrankung. Nutzen Sie alle verfügbaren Ressourcen - von der medizinischen Betreuung bis hin zu den Erfahrungen anderer Patient:innen. Erfahren Sie mehr zu diesem wichtigen Thema mit Klick auf folgenden Link: https://www. mein-a-z.de/ Wissenswertes ... Was ist Kalium? Kalium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff und Elektrolyt. Als positiv geladenes Teilchen unterstützt es zahlreiche Grundfunktionen des Körpers. Es ermöglicht die Weiterleitung von Nervensignalen und die Kontraktion von Muskeln, stabilisiert die elektrische Spannung an Zellmembranen und trägt zur Regulation des Flüssigkeitshaushalts und des Blutdrucks bei. Etwa 98 % des Kaliums befinden sich innerhalb der Körperzellen, wo es Enzyme aktiviert und das Säure-Basen-Gleichgewicht beeinflusst. Der tägliche Bedarf liegt bei rund 2-4 g und kann durch kaliumreiche Lebensmittel wie Bananen, Hülsenfrüchte oder Nüsse gedeckt werden. Im Blut gilt ein Kaliumwert von 3,6-5,0 mmol/l als normal; Abweichungen können sich etwa in Herzrhythmusstörungen oder Muskelschwäche äußern. Was sind die „Fabulous Four“? Die „Fabulous Four“ bezeichnen die vier zentralen Medikamentengruppen zur Behandlung der Herzschwäche mit reduzierter Ejektionsfraktion. Dieses evidenzbasierte Therapiekonzept umfasst: 1. ARNI (Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren) oder ACE-Hemmer 2. Betablocker 3. MRA (Mineralokortikoidrezeptorantagonisten) 4. SGLT2-Hemmer Kontaktinformationen Herzschwäche Deutschland e.V. Herzschwäche Deutschland e.V. Rednitzstraße 7 90449 Nürnberg Telefon: +49 (0) 911 6491312 (Anrufbeantworter) E-Mail: kontakt@herzschwaeche-deutschland.de Website: www.herzschwaeche-deutschland.de Informationen zu regionalen Selbsthilfegruppen: www.herzschwaeche.org 11
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