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Herz STÄRKE 2026 – Sonderausgabe AstraZeneca

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Diese Sonderausgabe begleitet Menschen mit Herzschwäche und ihre Angehörigen mit Orientierung, alltagsnahen Tipps und verständlichen medizinischen Hintergründen. Das Magazin zeigt, welche Hinweise im Alltag wichtig sind, wie Untersuchungen typischerweise ablaufen und wie Sie sich strukturiert auf Arzttermine vorbereiten – inklusive Fragen, Protokoll und praktischen Checklisten. Ein Schwerpunkt liegt auf „Kalium im Blick“: warum der Wert bei Herzschwäche eine Rolle spielen kann und wie Sie das Thema im Gespräch mit dem Behandlungsteam ansprechen. Ergänzt wird die Ausgabe durch ein Interview zur Begriffsklärung „Herzschwäche/Herzinsuffizienz“ sowie Hinweise zu Unterstützung und Selbsthilfeangeboten. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen nicht die ärztliche Beratung. Hinweis: Dieses Magazin ist mit freundlicher Unterstützung von AstraZeneca entstanden.

Im Interview 16

Im Interview 16 Herzschwäche oder Herzinsuffizienz? Warum zwei Begriffe oft unnötig verunsichern Im Gespräch mit Winfried Klausnitzer, Vorstand von Herzschwäche Deutschland e.V. (Bild mitte) Schon die Bezeichnung sorgt häufig für Verwirrung: Heißt es Herzschwäche oder Herzinsuffizienz? Im Gespräch erklärt Winfried Klausnitzer, warum beide Begriffe dasselbe meinen, welche Formen es gibt und worauf Betroffene im Alltag achten sollten. Winfried Klausnitzer engagiert sich als Vorstand bei Herzschwäche Deutschland e.V. für Information, Austausch und mehr Aufmerksamkeit für das Thema Herzschwäche. Herr Klausnitzer, vorab ganz klar: Ist „Herzschwäche“ dasselbe wie „Herzinsuffizienz“? Ja. Herzschwäche ist der alltagstaugliche Begriff, Herzinsuffizienz der medizinische Fachausdruck - gemeint ist im Kern dasselbe Krankheitsbild. Die Irritation entsteht häufig dadurch, dass Ärztinnen und Ärzte anschließend stärker differenzieren: nach akut oder chronisch, nach Schweregrad und nach Form der Herzinsuffizienz. Für Betroffene ist die wichtigste Botschaft: Zwei Worte, ein Thema - aber mit unterschiedlichen Ausprägungen. Warum ist diese Unterscheidung in Formen so wichtig? Weil „Herzinsuffizienz“ nicht automatisch bedeutet, dass das Herz einfach nur „zu schwach pumpt“. Es gibt Formen, bei denen die Pumpfunktion deutlich reduziert ist - und Formen, bei denen die Pumpfunktion scheinbar „normal“ ist, das Herz sich aber schlechter füllt und dadurch trotzdem Symptome entstehen. Wer das versteht, kann Arztbriefe, Befunde und Therapieentscheidungen deutlich besser einordnen. Was sind aus Ihrer Sicht die häufigsten Missverständnisse? Viele hören die Diagnose zum ersten Mal und wissen nicht, was sie konkret bedeutet. Dazu kommen typische Fehlannahmen: „Ich habe doch nur etwas weniger Luft“ oder „Das ist bestimmt das Alter“. Auch Wassereinlagerungen werden oft nicht mit dem Herzen verbunden. In der Praxis erleben wir zudem, dass Herzschwäche manchmal spät erkannt wird - und genau deshalb ist Aufklärung so wichtig. Woran kann man Herzschwäche im Alltag merken? Typische Signale sind Atemnot (zunächst bei Belastung, später unter Umständen auch in Ruhe), Leistungsabfall, Müdigkeit, geschwollene Beine/Knöchel und ungewollte Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen. Oft kommen auch ein Druckgefühl im Brustbereich, nächtliches Aufwachen mit Luftnot oder ein höherer Kissenbedarf hinzu. Wichtig ist: Das sind keine exklusiven „Herzsymptome“. Wenn mehrere dieser Zeichen zusammenkommen oder sich spürbar verstärken, ist das ein sehr guter Grund, es ärztlich abklären zu lassen. Wie wird die Diagnose üblicherweise gestellt? Meistens durch eine Kombination aus Gespräch, Untersuchung und Diagnostik: Blutdruck, EKG, Laborwerte (z. B. BNP/NTproBNP) - und vor allem der Herzultraschall (Echokardiografie). Entscheidend ist, dass nicht nur einzelne Werte betrachtet werden, sondern das Gesamtbild aus Beschwerden, Befunden und Verlauf. Viele Betroffene wünschen sich „eine klare Ursache“. Gibt es die immer? Manchmal ja, oft sind es mehrere Faktoren. Häufige Auslöser können langjähriger Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung/ Herzinfarkt, Rhythmusstörungen oder Herzklappenerkrankungen sein. Dazu kommen Risikofaktoren wie Diabetes, Übergewicht und Bewegungsmangel. Wichtig ist: Auch wenn die Ursache nicht immer „die eine“ ist, gibt es heute gute Möglichkeiten, Verlauf und Lebensqualität positiv zu beeinflussen - medizinisch und im Alltag, Schritt für Schritt und gut begleitet im Alltag, mit klaren Zielen.

Was raten Sie Betroffenen für den Alltag, ohne in „Selbstoptimierung“ zu kippen? Ich halte drei Dinge für realistisch und hilfreich: Erstens: Veränderungen ernst nehmen und notieren - Luft, Gewicht, Schwellungen, Belastbarkeit. Zweitens: Medikationsplan sauber führen und Fragen sammeln, damit das Arztgespräch klarer wird. Drittens: Unterstützung annehmen - Angehörige, Reha, Herzsportgruppen oder Selbsthilfe. Das Ziel ist nicht Perfektion, sondern mehr Sicherheit und weniger Unsicherheit. Welche Rolle spielt Selbsthilfe bei Herzschwäche? Eine große - weil Herzschwäche den Alltag oft dauerhaft verändert. Selbsthilfe kann Orientierung geben: Wie gehen andere mit schlechten Tagen um? Welche Fragen helfen beim nächsten Termin? Und ganz wichtig: Man merkt, dass man nicht allein ist. Herzschwäche Deutschland e.V. unterstützt Betroffene und Angehörige und fördert Selbsthilfe-Strukturen. Welche Fragen sollte man sich im Arztgespräch ruhig trauen? Zum Beispiel: Welche Form der Herzinsuffizienz liegt vor? Wie schwer ist sie? Was ist das Therapieziel? Welche Warnzeichen sind für mich relevant? Was kann ich tun, wenn sich Beschwerden verschlechtern? Und: Welche Anlaufstellen (Reha, Herzsport, Selbsthilfe) passen zu mir? Gute Medizin ist auch gute Kommunikation. Was wünschen Sie sich von Öffentlichkeit und Versorgungssystem? Mehr Wissen, mehr Aufmerksamkeit und eine klare Versorgungsperspektive - gerade bei Früherkennung und Begleitung im Alltag. Herzschwäche ist kein Randthema. Aufklärung ist kein „Nice-to-have“, sondern kann dazu beitragen, dass Menschen früher handeln und besser begleitet werden. Wenn jemand Teil von Herzschwäche Deutschland e.V. werden möchte - was muss man konkret tun? Am einfachsten ist der Weg über den Aufnahmeantrag: ausfüllen, unterschreiben und an den Verein senden. Die Aufnahme erfolgt per Beschluss des Vorstands. Der Mitgliedsbeitrag liegt bei mindestens 36 Euro pro Jahr; für Selbsthilfegruppen und Kliniken/Praxen gelten eigene Beitragssätze. Die Zahlung kann per SEPA-Lastschriftmandat erfolgen - oder man überweist den Beitrag selbst. Wer austreten möchte, kann dies zum Ende des Kalenderjahres schriftlich erklären; im Aufnahmeantrag wird hierfür eine Kündigungsfrist von drei Monaten genannt. Den Link zum Aufnahmeantrag (Mitglied werden) finden Sie ganz bequem auf der letzten Seite dieses Magazins. Begriffe kurz erklärt Herzschwäche = Herzinsuffizienz: zwei Begriffe, ein Krankheitsbild. Akut / chronisch: plötzlich auftretend vs. langfristig bestehend. Formen: zum Beispiel reduzierte Pumpfunktion oder „erhaltene“ Pumpfunktion mit Füllungsproblem. Schweregrad: beschreibt, wie stark Symptome im Alltag einschränken. Warnzeichen, die zeitnah abgeklärt werden sollten: Wenn etwas neu, deutlich stärker oder rasch zunehmend ist: ärztlich abklären lassen. Atemnot in Ruhe, starke Schwellungen, schnelle Gewichtszunahme innerhalb weniger Tage, Brustschmerz, Kollaps/ohnmachtsnahes Gefühl. Im Zweifel gilt: bei akuten, schweren Beschwerden den Notruf wählen. Herzschwäche Deutschland e.V. informiert und unterstützt Betroffene und Angehörige und fördert Selbsthilfe-Strukturen. 17

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