Ernährungstherapie Landläufig spricht man immer von „Ernährungsberatern“. Dies ist nicht ganz korrekt, da die Bezeichnung „Ernährungsberatung“ rechtlich nicht geschützt ist. Salopp gesagt, kann sich jeder „Ernährungsberater“ nennen. Egal ob eine Ausbildung stattgefunden hat oder nicht. Wir möchten hier niemandem zu nahe treten, sind aber der Meinung, dass die Beratung von stark übergewichtigen Betroffenen ausschließlich durch qualifiziertes Fachpersonal durchgeführt werden sollte. Wer ist denn nun qualifiziert? Aus unserer - und auch aus der Sicht vieler Mediziner - gibt es zwei Berufsgruppen, die für Ernährungstherapie qualifiziert sind: Diplom-Oecotrophologen Diätassistenten Idealerweise mit der Zusatzqualifikation „Adipositastherapie“ des VDD e.V. Diese beiden Berufsgruppen verfügen unter anderem über eine fundierte Ausbildung und nehmen an regelmäßigen Fortbildungen teil. Der Einfachheit halber nennen wir diese beide Berufsgruppen hier „Ernährungsberater“ oder „Ernährungsfachkräfte“ Ist das so? Na, warum sind Sie dann übergewichtig? Die Ernährungsfachkräfte haben die undankbare Aufgabe, uns unser Essverhalten aufzuzeigen. Das ist für uns nicht immer leicht. Wie das geht? Haben Sie schon einmal ein „Ernährungstagebuch“ geführt? Nein? Schreiben Sie über einen Zeitraum von zwei Wochen alles auf, was Sie zu sich nehmen. Essen, Trinken, Süßigkeiten usw. Mit Uhrzeit und Menge. Vordrucke hierfür finden Sie auf unserer Internetseite. Der Satz „Ich esse doch gar nichts!“ wird dann wahrscheinlich nicht mehr so oft fallen. Oft essen wir unbewusst oder nicht nachhaltig genug. Und genau da setzt die Ernährungstherapie an. Sie erhalten Tipps und finden während der Betreuung einen neuen Weg, wie Sie mit dem Thema „Ernährung“ besser umgehen können. Doch mit Ernährungsumstellung alleine ist es nicht getan! 16
Bewegungstherapie / Sport „Ich kann keinen Sport machen.“, „Ich habe keine Zeit für Sport.“, „Es kommt immer was dazwischen.“ … Das kommt Ihnen bekannt vor? Man findet immer einen Grund etwas nicht zu tun? Bis auf wenige Ausnahmen kann jeder was tun. Eine Ernährungsumstellung alleine ist nicht ausreichend, um sein Gewicht zu reduzieren. Jede Bewegung ist hilfreich. Durch Bewegung regen wir den Stoffwechsel an, welcher für die Verbrennung unserer Kalorien zuständig ist. Natürlich werden zu Beginn die Knochen und Muskeln etwas schmerzen. Aber seien Sie gewiss: Bei entsprechender Anleitung geschieht dies kontrolliert, ohne dass Sie körperliche Schädigungen davon tragen. Im Übrigen tragen Bewegung und Sport zur Ausschüttung von Endorphinen bei. Und „Glückshormone“ sind doch auch was Gutes. Welchen Sport kann ich also machen? Das hängt ganz von Ihrer körperlichen Situation ab. Hier ein paar Beispiele: Reha-Sport Nordic Walking Spazieren / schnelles Gehen Aqua-Gymnastik Muskelaufbau Bei wirklich schwer Übergewichtigen hat sich Reha-Sport in Form von „Hockergymnastik“ bewährt, da hiermit der Einstieg in Bewegung gemacht werden kann. Für Übergewichtige mit mehr Bewegungsmöglichkeit gibt es verschiedene Formen von Reha-Sport z.B. in Kursform bei verschiedenen Sporteinrichtungen. Eine Verordnung für Reha-Sport erhalten Sie von Ihrem Hausarzt. Nordic Walking und „Spazieren“ sind ebenfalls gute Einstiegssportarten, da man das Tempo variieren kann. Aqua-Gymnastik-Kurse werden auch speziell für Übergewichtige angeboten. Im Wasser ist eben einiges leichter. Hinzu kommt, dass XXL-Kurse ausschließlich von Übergewichtigen besucht werden. Der Schamfaktor ist weitaus geringer. Merke: Jede Bewegung ist besser als gar keine Bewegung! 17
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