Operation geschafft ... und nun? Gute Frage. Nachdem Sie monatelang auf diesen Tag hingearbeitet, sich hoffentlich viel informiert, wahrscheinlich Ihr Umfeld in den Tagen vor der Operation „verrückt“ gemacht haben und selbst ein wenig die Hosen voll hatten, ist es nun schon vorbei. Meinen Sie. Sie liegen in Ihrem Krankenhausbett und vielleicht haben Sie leichte Schmerzen in der linken Seite auf Höhe des Rippenbogens? Das ist durchaus möglich und normal. Irgendwo muss der nette Chirurg ja mit seinem OP-Besteck an ihren Magen kommen, die hoffentlich nicht zu große Leber zur Seite heben und seinen Job machen. Nur damit Sie mal sehen, wie so ein OP-Gerät aussieht: In den ersten Tagen nach der Operation werden Sie sich hauptsächlich mit der Thematik „Trinken“ beschäftigen. Ausreichend Trinken wird zukünftig Ihren Tagesablauf bestimmen. Auch werden Sie sich wundern, dass Sie kein Hungergefühl mehr haben. Das war aber auch Sinn der Sache und man muss sich erst daran gewöhnen. Einige Betroffene berichten nach einer Operation von „Hunger“. Eigentlich kann dies nicht der Fall sein, da der Magen bis auf maximal 200 ml verkleinert wurde. In 99,9% der Fälle ist dieses Hungergefühl reine Kopfsache. So hart es auch klingt. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten. Sie haben den harten Weg bis zur OP nicht zurückgelegt, um so weiterzumachen, wie es früher war. 40
Operation geschafft ... und nun? Natürlich werden Sie nach einer Operation auch wieder was zu essen bekommen. Ab wann ist allerdings von der Klinik abhängig. In der Regel erhalten Sie am zweiten oder dritten Tag bereits Suppen oder Püriertes. Das Ganze nennt sich schonender Kostaufbau. Vergessen Sie nicht: Sie haben eine Narbe am Magen, die nicht überstrapaziert werden darf. Essen Sie langsam. Sehr langsam. Sie müssen lernen, auf Ihren Körper zu hören. Oftmals ist der Restmagen nach ein oder zwei Löffeln bereits voll. Keine Angst, Sie werden nicht verhungern. Ihr Körper verfügt über ausreichend Reserven, die Sie am „verhungern“ hindern. Außerdem ist es ja das Ziel, dass der Körper zuerst seine eigenen Reserven „verbrennt“. Nur so kann die Abnahme funktionieren. Mit der Zeit können Sie das Angebot an Essen langsam steigern. Wir empfehlen in den ersten 2-3 Wochen nur Suppen, dünnes Kartoffelpüree und püriertes Gemüse. Streichwurst und weicher Käse können nach und nach ebenso integriert werden. Sie werden feststellen, dass Ihr Geschmackssinn sich verändern kann. Sie werden Gewürze, Süßes und Saures anders wahrnehmen. Nutzen Sie die Chance und beginnen Sie frisch zu kochen. So wissen Sie immer, was Sie essen. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf Geschmacksverstärker. Stellen Sie sich vor, Sie sind bei Freunden oder auf der Arbeit, testen etwas Neues und Sie vertragen es nicht. Ganz wichtig „Der eine Bissen geht noch“, endet meistens fatal. Lassen Sie es. Verabschieden Sie sich von der Einstellung, dass alles leer gegessen werden muss. Magendrücken, Schmerzen, Übelkeit können die Folgen sein. 41
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